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HOB Lösungen in der Praxis
Die TUI InfoTec stellt Touristikunternehmen des Preussag-Konzerns das System IRIS (Integriertes Reservierungs- und Informationssystem) zur Verfügung. Während sich die TUI InfoTec im deutschsprachigen Raum auf nationale Netzwerkanbieter als Schaltstelle zwischen den Reiseveranstaltern und den Vertragsagenturen stützt, war es notwendig, ebenfalls ausländische Reisebüros an dieses Buchungssystem anzuschließen. Über IRIS erhalten Reisebüromitarbeiter die Möglichkeit, Reisebuchungen vorzunehmen und sich ausgiebig über das Angebot zu informieren. Für den Remote-Anschluss ausländischer Agenturen sollte eine möglichst kostengünstige Lösung gefunden werden. Der gangbarste Weg erwies sich, diesen Reisebüros über das Internet einen Direktzugang an das IRIS-System im Konzernrechenzentrum zu verschaffen.
Besondere Kriterien waren das Thema Datensicherheit und Ausdruck von Online Reisebestätigungen vor Ort, bei geringstmöglicher Aufrüstung der Reisebüro Clients. Zur Umsetzung dieser und weiterer Anforderungen erarbeitete die TUI InfoTec mit den Kollegen aus der Touristik und dem deutschen Connectivity-Entwickler HOB eine umfassende Web-to-Host Strategie, die ein mehrstufiges Sicherheits- und funktionales Datenkomprimierungskonzept berücksichtigt. Ebenso gelang es, die technischen Druckanforderungen über das Web vor Ort im Orginallayout erfolgreich umzusetzen.
„In Deutschland, Österreich und der Schweiz, verfolgen wir eine Strategie der strikten Host-to-Host Kommunikation”, sagt Thomas Wolf, Leiter Customer Relations Management und Fulfillment bei der TUI InfoTec GmbH. „In diesen Ländern, wo sich der Großteil der Reisebürovertragspartner befindet”, so Wolf weiter, „unterstützen wir den gesamten klassischen Reisebürovertrieb optimal mit unseren Reisebüro-Service-Providern, wie z.B. die START AMADEUS. Die bieten ein umfangreiches Portfolio an IT-Infrastruktur, unter anderem für unser Buchungssystem IRIS, und versorgen zudem die Reisebüros mit zusätzlichen Diensten. Für die Host-to-Host Kommunikation zwischen unseren Service-Partnern und unserem OS/390 System haben wir Standleitungen eingerichtet.”
Laut Wolf ist dieses Buchungssystem heute in mehreren Tausend Reisebüros mit ungefähr 30.000 Terminals freigeschaltet. „Ein beachtliches Netzwerk, also”, sagt Wolf, „ etwas Kopfschmerzen, allerdings, bereitete uns die Kommunikation mit ausländischen Reisebüros sowie den Agenturen des Konzerns in den Urlaubsgebieten, die vor Ort Dinge wie Transferplanung zwischen Flughafen und Hotel, Gästebetreuung im Reiseland, Ausflüge und so weiter planen und durchführen. Unser erstes Ziel war es, diesen Partnern ebenfalls optimale Dienste zur Verfügung zu stellen und Daten in Echtzeit auszutauschen”.
Eine Umsetzung der Host-to-Host Kommunikation war im europäischen Ausland nicht möglich, da es schwer bzw. sehr kostspielig ist, mit Partnerunternehmen zusammenzuarbeiten, die die erforderlichen Services im gleichen Umfang zur Verfügung stellen.
Um einerseits die Erreichbarkeit für diese ausländischen Agenturen zu erhöhen und die Zusammenarbeit zu optimieren, entschloss man sich für eine zweigleisige Strategie: Zusammenarbeit mit Reisebüro-Service Providern im deutschsprachigen Raum und Direktanschluss der ausländischen Reisebüros und Agenturen in den Urlaubsgebieten an das im Konzernrechenzentrum auf OS/390 Mainframes betriebene IRIS-System. Die kostengünstigste Methode stellt eine Online-Verbindung via Internet dar.
Neben einem transparenten Online Zugriff auf das IRIS-System, sollte die Druckbarkeit der Daten sichergestellt sein. Das setzte voraus, dass die Online-Reisebestätigungen nach Einbuchung auf einem normalen Arbeitsplatzdrucker vor Ort ausgedruckt werden können - unter Verwendung des Standardlayouts. Gleichzeitig war der über das Internet zu transportierende Druckdatenstrom innerhalb einer akzeptablen Größenordnung zu halten. Höchste Anforderungen wurden in bezug auf die Datensicherheit gestellt: Während der gesamten Kommunikation mit dem Mainframe über das Internet waren die Daten wasserdicht abzuschotten. Last, but not least: die Gewährleistung einer hohen Akzeptanz seitens der Reisebüros und Agenturen. Das setzte eine Lösung voraus, die keine großen Ansprüche an die benötigte Hard- und Software stellen würde.
Man entschied sich für ein Web-to-Host Konzept, das aus zwei Kernkomponenten besteht: die Clients sind mit einer via Browser ladbaren 3270- Java-Emulation, genannt HOBLink J-Term, ausgestattet. Zusätzlich kommt die Mainframe-Software HOBCOM zum Einsatz. Sie wird als Integrationssoftware für den 3270-Mainframe verwendet und steuert mittels eines internen Protokolls die Druckvorgänge. Die Druckfunktionalität der Software ermöglicht die Ausgabe auf dem Benutzerrechner aus einer CICS-Anwendung (Customer Information Control System), und unterstützt zudem das Hinzumischen von Formularparametern und Escape-Sequenzen. Dasselbe Protokoll steuert die Datenkomprimierung und -verschlüsselung. Zur Gewährleistung eines hohen Sicherheitsstandards kommt ein mehrstufiges Sicherheitskonzept zum Einsatz, das eine dreimalige Authentifizierung gegen die verschiedenen Systeme erfordert. Der 3270- Datenstrom vom Client bis zum Host ist durchgängig in einem Spezialalgorithmus, der einen bis zu 256-Bit langen Schlüssel zulässt, chiffriert; zusätzlich sind die Daten über das Internet von Client bis zum SSL-Proxy Server SSL verschlüsselt. Mindestsystemvoraussetzungen der Clients sind ein Pentium PC II auf 233 Mhz getaktet, Windows 9x, Windows ME, Windows XP,Windows NT, Windows 2000 und Windows XP, mit mindestens 64 MB bzw 128 MB RAM im Falle von Windows 2000 und Windows XP. Dazu ein Internetzugang via ISDN oder analogem Anschluss, eine Mindestbandbreite von 28 Kbps sowie ein Browser, Microsoft Internetexplorer ab Version 4.01 oder Netscape Communicator 4.51 oder höher.
Jedes Reisebüro erhält im Vorfeld ein SSL-Zertifikat und Passwort. Die Topologie des Systems bis zum Rechenzentrum in Hannover ist in Abbildung 1 dargestellt. Der Webserver dient zum Herunterladen des Java/SSL-Applets. Voraussetzung: Eingabe des SSL-Schlüssels und SSL-Passwort.

Ebenso sind dort die Benutzerprofileinstellungen der Applets in einer Portal-datenbank hinterlegt. Das Java Applet HOBLink J-Term baut unbemerkt vom Benutzer, mit Hilfe eines Guest-User Accounts, eine Verbindung zum Web-Server auf, und lädt ein benutzerspezifisches Profil, das die Bedienmöglich-keiten und Oberfläche festlegt. Danach wird der Benutzer über das SSL-Applet aufgefordert, das SSL-Passwort einzugeben. Im Anschluss stellt das SSL-Applet eine Verbindung zum SSL-Proxy Server her. Diese Verbindung ist bereits verschlüsselt. Im Bereich zwischen SSL Proxy und der Mainframe Partition mit HOBCOM, die mit dem Buchungssystem IRIS in Verbindung steht, sind die Daten ebenfalls verschlüsselt. Die durchgängige TCP/IP-Verbindung von Client bis Host wird über ein internes Protokoll innerhalb dieser Mainframesoftware realisiert, das vier getrennte Bildschirm-Sessions und eine Druckverbindung unterstützt und gleichzeitig die Datenkomprimierung und -verschlüsselung vornimmt. Innerhalb der Mainframekomponente HOBCOM sind nur die Benutzer konfiguriert, die über das Internet auf den Mainframe zugreifen dürfen.
Nach Eingabe von Benutzerkennung und Passwort wird eine Batchtask gestartet, über die aus IRIS gedruckt werden kann. Simultan erfolgt eine Weiterleitung des Benutzers an einen TPX Sitzungmanager von CA. Erneut wird der Benutzer hier aufgefordert, ein TSS-Passwort (Top Secret System) einzugeben. Als Zusatzsicherheitsvorkehrung wird jeder Benutzer nach dreimaliger falscher Eingabe automatisch gesperrt bis eine Freischaltung seitens des First Level Supports erfolgt. Erst nach dieser Prozedur gelangt der Benutzer in die Anwendung IRIS auf dem OS/390 Host, die bei Auslösung eines Druckvorganges den Datenstrom generiert und versendet.

„Die Verbindung und alle Folgevorgänge sind für den Benutzer vollkommen transparent”, erläutert Wolf und fügt hinzu: „Einige Adaptionen an unserem System mussten wir vornehmen, um aus IRIS über das Internet drucken zu können. Dazu haben wir in die Host-Topologie für den Druck via Internet das PMS (Print Management System) eingefügt, das die Daten direkt an HOBCOM weiterleitet, die dort verarbeitet und anschließend an das HOBLink J-Term Applet übertragen werden”.
„Diese Lösung findet gute Resonanz bei den ausländischen Agenturen. Seit Beginn des Roll-outs haben wir bereits 600 Reisebüros und Agenturen in den Urlaubsgebieten zusätzlich an das IRIS-System angeschlossen und unseren internen Aufwand dadurch enorm reduziert”, schließt Wolf ab.Last Updated: 30. Sep 09 by webmaster@hob.de