HOB Lösungen in der Praxis
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Der Kreis Unna beherbergt auf einer Fläche von 543 km² ca. 430.000 Einwohner, an die Gebietskörperschaft sind insgesamt 10 Städte und Gemeinden angeschlossen. Die Städte und Gemeinden sind teilweise über Standleitungen mit der Datenverarbeitungszentrale des Kreises verbunden, um u. a. Auskünfte aus Host-Applikationen wie beispielsweise dem ALB (automatisiertes Liegenschaftsbuch) zu erhalten. |
Das zentrale Rechnersystem in der heterogenen Infrastruktur der kreiseigenen Datenverarbeitung ist eine IBM RS/6000 Mod. S80. Angebunden sind alle Fachdienste und Fachbereiche der Verwaltung. Zur Realisierung der Verfügbarkeit von Host-Applikationen über das Internet entschied sich die Kreisverwaltung Unna für die Web-to-Host-Lösung HOBLink J-Term der Firma HOB aus Cadolzburg bei Nürnberg.
Weltweit verfügbar und kostengünstig, so präsentiert sich das Internet. Die Ablösung von relativ teuren Standleitungsverbindungen zu einer festen, bestimmbaren Anzahl von externen Front-Ends durch eine konsequente Web-to-Host-Strategie ist letztendlich eine logische Folge, die – entsprechende Performance vorausgesetzt – bei den meisten betroffenen Anwendern Zustimmung findet. Zentrale Rechnersysteme ins Web zu bringen ist nur ein Beispiel dafür, das Internet/Intranet für den ökonomischen Vorteil zu nutzen. Die Neuentwicklung oder Portierung der Host-Applikationen auf Seiten der Anbieter entfällt. Neben den geringeren Kosten für die Kommunikation, die das Internet - auch für das Intranet - ermöglicht, wurde die Web-Lösung besonders deshalb geschätzt, da sich auf diese Weise eine Ausstattung der Clients mit zusätzlicher, spezieller Software erübrigt.
Im Bestreben, für die technische Anwendung ALB (automatisiertes Liegenschaftsbuch) die Anbindung von geschätzten 100 externen PCs an die RS/6000 zu realisieren, fand die Kreisverwaltung Unna mit HOBLink J-Term eine relativ einfach zu administrierende Lösung für Internet / Intranet. Es handelt sich hierbei um eine hundertprozentige Java-basierende 3270-, 5250 und VT525-Terminal-Emulation. Der Emulationstyp selbst kann hierbei sehr leicht konfiguriert werden. Die Voraussetzung für die Lauffähigkeit beim entfernten Client ist lediglich, falls noch nicht vorhanden, die Installation einer Java Virtual Machine, was jedoch in der Praxis zu keinen Komplikationen führte. Die Ausführung von Java-Applets muss gestattet sein. Dies ist besonders zu beachten, wenn sich der Client hinter einer Firewall und/oder einem Proxy-Server befindet. Jede Übertragung wird jedoch von der Bestätigung eines entsprechenden Zertifikates abhängig gemacht.
Mit Java-basierenden Lösungen ist eine problemlose Verteilung von Software über das Internet und Intranet gewährleistet. Java läuft auf den meisten Desktops und Servern. Der Investitionsschutz bestehender Technologien sowie die Flexibilisierung bestehender IT-Landschaften sind zusätzliche Pluspunkte. Dadurch werden eine optimale Nutzung und Integration von Zentralrechner-Anwendungen in den Arbeitsprozess realisiert.
Die Java-Applikation selbst liegt auf dem Web-Server der Kreisverwaltung und ist für alle berechtigten Anwender sofort verfügbar. Im Falle von ALB werden dies die angeschlossenen Städte, Gemeinden und Vermessungsbüros sein. Nicht nur die Kosten- und Zeitersparnis, sondern auch die Tatsache, dass alle Anwender mit identischen Applikationen und Release-Ständen arbeiten, zeigen die Vorteile Java-basierter Lösungen. Der kleinste gemeinsame Nenner ist, wie bereits erwähnt, eine Java Virtual Machine, die in jedem Browser verfügbar ist bzw. leicht nachinstalliert werden kann. Der Browser wird damit zum universellen Client. Spezielles Wissen zur Verbindung einer Host-Applikation sind bei den Anwendern nicht notwendig: Es muss lediglich die Web-Adresse (URL) der Seite auf dem Server der Kreisverwaltung Unna eingegeben werden, aus dieser Seite wird J-Term aktiviert.
Eine wesentliche Forderung, die nach der ersten Testphase an die Entwickler der Firma HOB gestellt wurde, war: Die Darstellung der Host-Applikation erfolgt am entfernten Client durch eine Telnet-Sitzung. Aus dieser Sitzung konnte – exakt nach Telnet-Standard - lediglich der aktuelle Bildschirminhalt auf dem lokalen Drucker gedruckt werden, nicht aber das von der Host-Applikation erzeugte Listing aus dem Druckerspool. Aus einer direkten, konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Kreisverwaltung Unna und den Entwicklern von HOBLink J-Term in Cadolzburg, die durch die HOB-Geschäftsstelle in Düsseldorf hergestellt wurde, entstand eine spezielle Lösung, die nun auch Bestandteil der aktuellen Version 2.3 ist. Die durch die Host-Applikation erzeugte Druckdatei kann nun per Bestätigung aus der Bildschirm-Sitzung der Emulation auf den lokalen Drucker übertragen und gedruckt werden.
Serverseitig werden vom J-Term-Administrator einzelne Benutzerprofile
erstellt, wodurch
u. a. auch der Emulationstyp und der Ziel-Host bestimmt werden.
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Aufgrund der Plattformunabhängigkeit von Java ist sowohl auf Clientseite wie auch auf Serverseite keine bestimmte Betriebssystemumgebung vorausgesetzt. Der auf der Serverseite notwendige J-Server wurde bei der Kreisverwaltung Unna auf einem LINUX-Apache-Server wie auch auf einem Microsoft-Informationserver erfolgreich installiert und getestet.
Durch die Möglichkeit der Adaption der SSL-Verschlüsselungssoftware HOBLink Secure ist hinsichtlich der Anmeldeprozedur und des Datentransfers eine hohe Sicherheit gewährleistet. Es erfolgt eine symmetrische und asymmetrische Verschlüsselung mit dem Ergebnis von digitalen Zertifikaten; die berechtigten Anwender erhalten diese Zertifikate von der Kreisverwaltung. Wird auf dieser Basis eine Host-Anwendung gestartet, ist jeglicher Datenverkehr zwischen den Clients und der RS/6000 mit bis zu 128 Bit verschlüsselt und damit kaum angreifbar. Auch diese Lösung erfordert bei den Clients keine zusätzliche Software, lediglich das Zertifikat muss auf den jeweiligen PC installiert werden, was jedoch denkbar einfach ist.
Beide Lösungen, HOBLink J-Term und HOBLink Secure, beinhalten eine ausführliche deutschsprachige Online-Hilfe im HTML-Format.
Die Entscheidung, die Web-to-Host-Lösung HOBLink J-Term der Fa. HOB zu wählen, resultierte u. a. auch aus der Möglichkeit des direkten Kontaktes zur Cadolzburger Entwicklungs- und Supportzentrale wie auch durch den guten Vor-Ort-Service durch die Düsseldorfer Geschäftsstelle. Durch die annähernd identische Nachstellung der Unnaer Systemumgebung in der Entwicklungszentrale in Cadolzburg war eine gute Kommunikation zwischen Anwender und Support gegeben.
Zur Zeit wird die Web-to-Host-Lösung bei der Stadt Fröndenberg im Echtbetrieb an 5 Clients zu ALB-Auskünften mit Erfolg eingesetzt. Geplant ist der Einsatz bei weiteren Städten und Gemeinden sowie bei allen interessierten Vermessungsbüros.
Der Kreis Unna sieht in der gewählten Konzeption eine Schlüsseltechnologie, durch die prinzipiell jede Host-Applikation und somit bereits vorhandene Datenquellen mit einem hohen Maß an Wirtschaftlichkeit über das Internet als E-Government-Lösung zur Verfügung gestellt werden kann.
Hartmut Biermann
hartmut.biermann@kreis-unna.de
Last Updated: 30. Sep 09 by webmaster@hob.de